Fortbildung – Wirkmechanismen verstehen, Konfrontation wirksam gestalten
„Kann da wirklich nichts passieren?“ — Im Seminar Exposition bei Zwängen lernen Sie, was Sie in diesem Moment antworten, sodass die Konfrontation wirksam bleibt.
Während der Fortbildung klären wir, wie Exposition bei Zwängen wirkt und was das praktisch bedeutet. Die Hälfte des Seminars üben Sie selbst die Methode der Exposition bei Zwängen — in Kleingruppen, mit Rückmeldung und Materialien, die Sie direkt in der eigenen Praxis weiterverwenden können.
Datum
21./22.09.2027
Zeiten
9 – 16 Uhr
Umfang
16 UE
Ort
Moritzplatz 6, 86150 Augsburg
Kategorie
Seminar/Workshop
Gruppengröße
Maximal 9 TN
Freie Plätze
Ja
Preis
380 €
PTK-Fortbildungspunkte
beantragt
Unverbindliches Vorgespräch möglich
Vermittelte Inhalte zu Zwängen & Exposition
01
Zwänge verstehen
Symptomdimensionen, kognitiv-behaviorales Modell, Sicherheits- und Neutralisationsverhalten
02
Warum wirkt Exposition?
Angstreduktion oder Erwartungsverletzung – und was der Unterschied für Dauer, Abbruchkriterium und Nachbesprechung bedeutet
03
Exposition bei Zwängen planen
Von der Analyse zur Übungsliste: Schwierigkeit staffeln, Lernziele formulieren, Sicherheitsverhalten mitdenken
04
Exposition bei Zwängen begleiten
Rückversicherungsdruck, Abbruchimpulse, verdeckte Rituale, Konfrontation begleiten im Deliberate-Practice-Format mit gestuften Schwierigkeitsstufen

Dr. phil. Daniel Jäger
Schwerpunkt: Spezialisiert auf Zwangsstörungen in eigener Praxis; Promotion an der Universität Bamberg über das Zusammenspiel von Emotionen und Entscheidungen.
Lehre & Ausbildungsdozent: Ausgezeichnet mit dem Preis für Exzellente Lehre (Universität Bamberg); Dozent im Würzburger Ausbildungsstudiengang für Psychologische Psychotherapeut:innen zum Thema Zwänge.
Fortbildungskonzept: Keine reinen Frontalvorträge — stattdessen ehrlicher Austausch, Einblicke aus der Praxis und direktes Einüben neuer Vorgehensweisen.
Weitere informationen zum Kurs
Detaillierte Kursinformationen
Die kognitive Verhaltenstherapie mit Exposition und Reaktionsmanagement ist bei Zwangsstörungen die Behandlung der ersten Wahl. Daran hat auch die revidierte S3-Leitlinie nichts geändert. Deutlich weniger einig ist sich die Forschung darüber, warum sie wirkt – und diese Frage ist alles andere als akademisch. Ob wir Angstreduktion als Erfolgsindikator lesen oder Erwartungsverletzung, verändert konkret, wie lange wir eine Übung laufen lassen, wann wir sie beenden und was wir in der Nachbesprechung herausarbeiten. Genau hier setzt dieses Seminar an. Wir gehen die Emotional Processing Theory und den Inhibitory-Learning-Ansatz nebeneinander durch, schauen uns an, wo sie auseinandergehen, und prüfen, was die Befundlage speziell für Zwangsstörungen hergibt. Sie ist weniger eindeutig, als die Lehrbuchdarstellung häufig nahelegt. Der zweite Teil dreht sich um die Frage: Wie werde ich selbst besser in der Begleitung von Konfrontationen? Berufserfahrung allein leistet das erstaunlich wenig – sie steigert vor allem die eigene Sicherheit, nicht zuverlässig die Behandlungsergebnisse. Deliberate Practice ist der bislang am besten begründete Gegenentwurf: gezieltes Üben außerhalb der Sitzung, an eng umrissenen Fertigkeiten, mit Rückmeldung und Wiederholung. Wir schauen uns an, was das Format ausmacht und wenden es direkt auf die Behandlung von Zwängen an.
Inhalte
- Phänomenologie und Symptomdimensionen der Zwangsstörung; kognitiv-behaviorales Modell nach Salkovskis
- Sicherheits- und Neutralisationsverhalten erkennen – auch in den subtilen und mentalen Varianten
- Emotional Processing Theory und Inhibitory Learning Theory im Vergleich; Konsequenzen für die Planung und Durchführung von Expositionen
- Deliberate Practice: Grundelemente, praktisches Ausprobieren mit den Seminarinhalten, Übertragung auf die eigene Arbeit
- Schwierige Situationen: Rückversicherungsdruck, Abbruchimpulse, verdeckte Rituale während der Exposition
Didaktik/Arbeitsweise
Etwa die Hälfte der Zeit wird geübt, nicht zugehört. Gearbeitet wird in festen Dreiergruppen mit rotierenden Rollen – Therapeut:in, Patient:in, Beobachter:in – an vier konkreten Bausteinen: Entwicklung eines Behandlungsrationals, funktionale Analyse, Erstellung einer Expositionsliste und die Durchführung einer Konfrontation.
Die Übungen folgen dem Prinzip der Deliberate Practice: ein eng umrissenes Zielverhalten, gestufte Schwierigkeit, kurze Durchgänge, sofortige Rückmeldung, Wiederholung. Sie erhalten Übungsblätter mit Formulierungshilfen und gestuften Patient:innen-Äußerungen, mit denen Sie auch nach dem Seminar weiterarbeiten können.
Zwei Dinge vorab, damit die Erwartungen stimmen: Es wird tatsächlich gespielt, und es wird tatsächlich wiederholt. Wer lieber zuhört, wird mit diesem Format nicht glücklich. Feedback von meiner Seite gibt es nur auf ausdrücklichen Wunsch der Gruppe.
Zielgruppe
Approbierte Psychologische Psychotherapeut:innen, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen und ärztliche Psychotherapeut:innen; ebenso Kolleg:innen in fortgeschrittener Weiterbildung. Vorerfahrung mit Expositionsverfahren ist hilfreich, aber nicht Voraussetzung.
So melden Sie sich zum Seminar an
- Anmeldung per E-Mail: Senden Sie Ihre Anmeldung (Kursname, Ihr Name, Rechnungsadresse) einfach per E-Mail an info(at)jaeger-psychotherapie.de oder nutzen Sie untenstehendes Kontaktformular.
- Rechnung erhalten: Im Anschluss lassen wir Ihnen eine Rechnung zukommen.
- Platz sichern: Nach Eingang des vollständigen Rechnungsbetrags ist Ihre Buchung verbindlich und Ihr Seminarplatz fest für Sie reserviert.
Sie haben vorab Fragen? Schreiben Sie uns gerne eine Nachricht an dieselbe E-Mail-Adresse. Wir bemühen uns, Ihre Fragen schnellstmöglich zu beantworten.
