FAQ

In unserer Praxis biete ich überwiegend Verhaltenstherapie für Erwachsene an. Dabei gibt es Einzeltherapien sowie ergänzende Gruppentherapien, in denen Sie gemeinsam mit anderen an Ihren Themen arbeiten können. Außerdem gehört Paartherapie zum Angebot, wenn Sie als Paar Unterstützung bei Beziehungsfragen suchen. (Für Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre ist meine Kollegin Agnès Charpenel zuständig, die in unserer Praxisgemeinschaft tätig ist.)

Unser Therapieangebot richtet sich an erwachsene Patient:innen (ab 18 Jahren). Wir begleiten Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen, die psychische Beschwerden oder Störungen erleben – zum Beispiel Depressionen, Ängste, Zwangsstörungen, Trauma-Folgen, Burnout, chronische Schmerzen oder Abhängigkeitserkrankungen. Auch belastende Lebensereignisse wie Trennung, Trauer, Prüfungsdruck oder berufliche Überlastung können Gründe sein. Sollten Sie unsicher sein, ob Ihr Anliegen in den Bereich Psychotherapie fällt, klären wir das gerne in einem ersten Gespräch gemeinsam mit Ihnen ab.

Diese Frage stellen sich fast alle, die zum ersten Mal über Therapie nachdenken. Und sie ist verständlich – schließlich will man niemandem die Zeit stehlen oder „übertreiben“. Was wir in unserer Erfahrung sagen können: Wenn sich etwas hartnäckig hält, wenn man immer wieder an dieselbe Stelle kommt, wenn der Alltag sich schwerer anfühlt als er sollte – dann lohnt es sich, das genauer anzuschauen. Dafür ist die Sprechstunde da. Wir helfen Ihnen, Ihr Anliegen einzuordnen, und sagen Ihnen ehrlich, ob und wie wir helfen können. Sie müssen das nicht alleine herausfinden.

Die Sprechstunde ist das erste Gespräch in unserer Praxis, was Ihnen eine erste Orientierung geben soll. Sie schildern, was Sie beschäftigt, wir hören zu und schauen gemeinsam, was sinnvoll sein könnte. Ein fester Therapieplatz entsteht daraus nicht automatisch, aber oft schon eine erste Entlastung. Und wenn eine Therapie als sinnvoll erscheint, besprechen wir gemeinsam, wie es weitergehen kann – auch wenn Sie noch etwas warten müssen.

Verhaltenstherapie ist das weltweit meistuntersuchte Psychotherapieverfahren. Ihre Grundidee ist so schlicht wie wirkungsvoll: Psychisches Leid entsteht nicht aus dem Nichts – es hat Auslöser, Muster, eine Geschichte. Und was gelernt wurde, lässt sich auch wieder verändern. In der Therapie schauen wir uns gemeinsam an, welche Gedanken und Verhaltensweisen das Problem aufrechterhalten – und erarbeiten dann konkrete Wege, wie sich das ändern lässt. Dabei geht es nicht ums Funktionieren, sondern darum, wieder in Kontakt mit dem zu kommen, was Ihnen wirklich wichtig ist.

Zu Beginn vereinbaren wir ein unverbindliches Erstgespräch (persönlich in der Praxis oder telefonisch), in dem Sie Ihr Anliegen schildern können. Danach finden in der Regel zwei bis vier probatorische Sitzungen statt, in denen wir gemeinsam Ihre Situation genau anschauen und einen Therapieplan entwickeln. In dieser Kennenlernphase prüfen wir auch, ob wir gut zusammenarbeiten können. Wenn wir uns für eine weitere Behandlung entscheiden, folgen regelmäßig stattfindende Therapiesitzungen (meist einmal pro Woche à 50 Minuten). Während der gesamten Therapie arbeiten wir gemeinsam an Ihren Zielen und passen das Vorgehen jederzeit an Ihre Bedürfnisse an.

Eine einzelne Therapiesitzung dauert üblicherweise 50 Minuten. Diese Zeit umfasst den Hauptteil der Sitzung, in dem wir miteinander arbeiten. In der Regel treffen wir uns einmal pro Woche. In Ausnahmefällen, zum Beispiel bei besonders dringendem Bedarf, sind auch mehr Sitzungen pro Woche denkbar (maximal drei), üblich ist aber ein wöchentlicher Rhythmus. Wie viele Sitzungen Sie insgesamt benötigen, hängt von Ihrem individuellen Anliegen ab: Eine Kurzzeittherapie umfasst etwa 25 Sitzungen, eine Langzeittherapie etwa 40, kann jedoch je nach Fortschritt verkürzt oder verlängert werden. Über den konkreten Behandlungsplan entscheiden wir gemeinsam im Verlauf.

Meine Honorare orientieren sich an der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP). Pro 50-Minuten-Sitzung fallen in der Regel zwischen etwa 134 € und 180 € an – je nach Art der Sitzung (Einzeltherapie, Gruppen- oder Diagnostikstunde) und dem tatsächlichen Aufwand. Da ich keine Kassenzulassung habe, können gesetzlich Versicherte nur als Selbstzahler:in kommen. Das heißt, Sie zahlen zunächst privat, können aber in manchen Fällen nachträglich über das Kostenerstattungsverfahren bei Ihrer Kasse eine Erstattung beantragen. Privatversicherte und Beihilfeempfänger:innen erhalten in der Regel eine anteilige oder vollständige Erstattung ihrer Therapiekosten. Ich empfehle, vor Therapiebeginn mit Ihrer Versicherung zu klären, welchen Anteil sie übernimmt. Bei Fragen zur Abrechnung oder zum Antragsverfahren unterstütze ich Sie gerne.

Weil wir wissen möchten, wie es Ihnen tatsächlich geht. Die kurzen Bögen helfen uns, Veränderungen zu erkennen, auch wenn man selbst mittendrin manchmal schwer einschätzen kann, ob etwas besser wird. Das hilft uns dabei die Behandlung individuell auf Sie abzustimmen. Die Daten bleiben selbstverständlich vertraulich und werden ausschließlich zur Qualitätssicherung genutzt. Sprechen Sie uns gerne an, falls Sie dazu noch mehr Informationen benötigen.

Für ein Erstgespräch können Sie bequem online über unsere Website einen Termin buchen. Falls gerade kein freier Termin angezeigt wird, können Sie sich in unsere Warteliste eintragen. Sobald ein Termin verfügbar wird, benachrichtigen wir Sie per E-Mail, und wer dann zuerst bucht, erhält den Termin. Alternativ können Sie auch telefonisch oder per E-Mail Kontakt mit uns aufnehmen; wir bearbeiten Anfragen meist montags bis mittwochs. Achten Sie bitte darauf, bei der Buchung direkt die passende Therapeut:in auszuwählen.

Hauptsächlich finden die Sitzungen in unseren Räumen in Augsburg statt, da persönlicher Kontakt die Grundlage der Therapie ist. Nach Absprache können wir jedoch auch Videositzungen durchführen, wenn Ihnen das entgegenkommt (zum Beispiel bei weiter Anreise oder bei gesundheitlichen Einschränkungen). In der Regel wird empfohlen, zumindest die ersten Sitzungen persönlich wahrzunehmen (zum Beispiel Eingangsdiagnostik und Erstgespräch), damit wir uns gut kennenlernen. Bei Bedarf vereinbaren wir dann einige Termine über eine sichere Videoplattform. Wenn Sie Interesse an einer Online-Sitzung haben, sprechen Sie uns einfach an.

Ja, selbstverständlich herrscht in der Therapie strikte Schweigepflicht. Alles, was Sie in einer Sitzung erzählen, bleibt vertraulich – wir Therapeuten dürfen ohne Ihre ausdrückliche Erlaubnis keine Informationen an Dritte weitergeben. Das schließt z. B. Familie, Freunde und andere Ärzte oder Behörden ein. Ausnahmen bestehen nur in sehr seltenen, gesetzlich geregelten Fällen: etwa wenn Sie eine erhebliche Eigen- oder Fremdgefährdung darstellen (z. B. bei akuter Suizidabsicht oder Gewaltandrohung) oder wenn ein Gericht uns zur Auskunft verpflichtet. Auch dann würden wir Sie darüber informieren. Ihr Vertrauen ist uns sehr wichtig; wir arbeiten darauf, dass Sie sich sicher fühlen können.

Es ist völlig normal, dass Sie sich anfangs oder während der Therapie manchmal unsicher oder emotional angespannt fühlen. Das gehört oft zum Prozess dazu, wenn man sich schwierigen Themen stellt. Wenn Sie sich unwohl fühlen, sprechen Sie mich bitte jederzeit darauf an. Wir können dann gemeinsam entscheiden, ob wir eine Pause machen, ein anderes Thema besprechen oder langsamer vorgehen. Ihr Wohlbefinden steht dabei im Mittelpunkt. In einer Therapie ist es wichtig, dass Sie sich sicher und respektiert fühlen – nur so kann Vertrauen entstehen. Zögern Sie also nicht, mitzuteilen, was Ihnen gut oder nicht gut tut, damit ich darauf eingehen kann.

Bei der Terminbuchung können Sie grundsätzlich angeben, welchen Therapeuten Sie wünschen, sofern entsprechende Kapazitäten frei sind. In unserer Praxis ist aktuell Daniel Jäger als Therapeut für erwachsene Patient:innen tätig; Agnès Charpenel ist zuständig für Kinder und Jugendliche. Das bedeutet, wenn Sie als erwachsene Person eine Therapie beginnen, ist Herr Jäger Ihr Ansprechpartner. Wenn Sie bestimmte Präferenzen haben (zum Beispiel wünschen Sie lieber eine Therapeutin, sprechen Sie lieber Englisch oder haben andere persönliche Kriterien), teilen Sie uns das bitte mit. Wir versuchen, Ihre Wünsche zu berücksichtigen und weisen bei Bedarf auf alternative Angebote in der Umgebung hin.

Psychotherapie und Coaching verfolgen unterschiedliche Ziele und Rahmenbedingungen. Psychotherapie ist eine medizinisch-psychologische Behandlung für Menschen mit psychischen Störungen oder schweren seelischen Belastungen. Sie ist gesetzlich geregelt – wir Therapeuten sind approbiert und unterliegen beruflichen Standards – und kann (je nach Versicherungsstatus) von den Krankenkassen erstattet werden. Psychotherapie befasst sich oft mit tiefer liegenden Problemen, Mustern und psychischen Erkrankungen. Coaching dagegen ist ein nicht-reglementiertes Beratungs- oder Begleitungsangebot für gesunde Menschen, die beispielsweise in Beruf oder Privatleben persönliches Wachstum oder Klarheit suchen. Coaches sind keine Psychotherapeuten; Coaching-Sitzungen werden privat bezahlt (oft vom Klienten selbst oder vom Arbeitgeber) und sind kein Heilverfahren. In meiner Praxis biete ich Psychotherapie an, weil ich eine psychotherapeutische Approbation habe. Sollten Sie vor allem nach Lösungsstrategien für Lebensfragen oder Karriereentscheidungen suchen, kann Coaching eine passende Ergänzung sein – der Fokus liegt dann mehr auf Zielen und weniger auf psychischen Erkrankungen.

In akuten, lebensbedrohlichen Situationen (zum Beispiel bei Selbstmordabsichten oder akuten Gewaltszenen) wählen Sie bitte sofort den Notruf 112 oder begeben sich in die nächste psychiatrische Notfallaufnahme (z.B. am Klinikum Augsburg). Außerhalb unserer Sprechzeiten können Sie für dringende, aber nicht lebensbedrohliche Krisen den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116117 anrufen. Zudem steht rund um die Uhr der Krisendienst Schwaben (Telefon 0800-6553000) für psychische Notlagen zur Verfügung. Auch die Telefonseelsorge (kostenfrei 0800-1110111 oder 0800-1110222) ist jederzeit erreichbar, wenn Sie Gesprächsbedarf haben. Sollten Sie bereits Patient:in unserer Praxis sein, können Sie in dringenden Fällen gerne während der normalen Praxiszeiten kurzfristig vorbeikommen; wir versuchen dann, Sie dazwischenzuschieben und schnell ein Erstgespräch anzubieten, um Ihre akute Situation zu besprechen.